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»» Und noch ein Gedicht ...

 

Natürlich schreibe ich nicht nur Gedichte, sondern interessiere mich generell für Lyrik. Folgende gehören zu meiner ganz persönlichen Sammlung. Mich stört lediglich an ihnen, dass sie nicht von mir sind.

Seitdem du fort bist

Trotz hochgestellter Heizung
sind die Räume kalt.
Meine Topfblumen lassen
die Köpfe hängen.
Der Sommer ist vorbei.

Ich müßte meine Haare waschen.
Und den blinden Spiegel putzen.
Jeder Tag ist eine Woche.

Der Abend eine Ewigkeit.

Ich male deinen Namen
in die Staubschicht
auf dem Schrank.

(Anne Steinwart)


 

Reisegedicht
 
Letzter Halt
 
Auf dieser ganzen langen Reise
durch mein Leben
bist du
die schönste Station.
 
Wo ich auch anhielt,
was ich dort auch tat,
es ist jetzt schon vergangen.
Zu dir aber
werde ich immerzu wollen.
 
Gleichgültig
wie oft
oder selten
und mit welcher Fahrt,
bei dir
finde ich
mich angekommen.
 
                                            Christina Udwari
 

 

Zuneigung

Ich kann dich

riechen,

schmecken,

hören,

fühlen,

ansehn.

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Ich mag dich

munter,

müde,

aufgeregt

und still.

----

Auch was mir nicht

an dir

gefällt,

kann ich

verstehen.

----

Weshalb ich gerne

bei dir

mit dir

älter werden

will.

                                 Heinz Kahlau


Banal

Warum eigentlich liebst du mich?

Das war deine Frage und ich musste überlegen.

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Weil

- wir zusammen lachen können

- wir uns ernst nehmen

- du mich frei sein lässt

- du da bist, wenn nötig

- du zärtlich bist

weil ...

---

Du schienst enttäuscht:

so banale Dinge nur!

---

Aber die Verliebtheit kam

durch

das Außergewöhnliche

das Beeindruckende

das Andersartige.

------

Doch als die Verliebtheit ging

konnte die Liebe bleiben

nur wegen

dieser Banalitäten.

                                   Wilfriede Maria Lenzke


Zwiesprache

Du stiller Mund,

offenes Rund,

wie klaffst du wund.

------

Du gibst mir Kunde

von weher Stunde.

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Gesunde!

                      Frieder R. I. Kudis


Graswispern

Ich liege im Gras und halmhoch ist mein Blick.

Ich streichle die Stängel und sie mich zurück.

Die Ameisen geben heut gar keine Ruh-

sie zwicken mich fleißig. Die Sonne schaut zu.

 

Da erhebt sich ein Wind, ein Hauch ist es nur.

Die Gräser erzittern wie an einer Schnur.

Mir ist es, als hört`ich ein Wispern hier-

es sind ja die Halme! Was flüstern sie mir?

 

Ganz angestrengt lausch ich. Jetzt kann ich verstehn!

Sie sagen, dass sie heut ein Glückskind hier sehn.

Sie kitzeln und wispern mir in mein Ohr:

,,Gras wispern zu hören kommt nicht so oft vor!''

                                                                    Christina Udwari


Keiner von den bösen Tagen

Eiskaffee und Jazzrhythmen schmelzen mir in Mund und Ohr.

Deckenventilator dreht sich und mich.

 

Strohhut sitzt auf altem Mann,

zwinkert enger Bluse des Mädchens zu.

Zigarettenqualm steht noch zwischen dem Kuss des Pärchens,

Hände kleben noch aneinander fest.

 

Sonnenbrille rutscht lustig auf der Nase.

Fahrrad winkt Cabrio beim Überholen zu.

Luftballon will sich von der Leine reißen,

Kind lacht ihn aus.

 

Getränke eilen zu Tischen.

Salatsoßen tropfen.

Kaltes Wasser perlt um Eiswürfel.

Genüssliches Nuckeln an Trinkhalmen.

 

Schweiß teilt sich in sichtbar und riechbar.

Sonnencremeduft tritt dagegen an:

Hitzegleichstand. Heute kein Gewinner.

 

Krawatten baumeln locker.

Brusthaare krabbeln aus dem Hemd.

Sandalenfüße rekeln sich,

buntglänzend lackierte Zehennägel wippen übermütig.

 

Sonneblicht sticht aufmüpfig.

Ab und zu gibt es sich kurz hinter Dunstwolken geschlagen.

Schwüle drückt mich-

aber wie ein Freund.

 

Hunde saufen von Springbrunnenfontänen.

Spatzen lustschreien im Sandbad.

 

Dazwischen streifen  Träume und Sehnsüchte einher-

streicheln erlaubt.

Keiner von den bösen Tagen.

Hat mich lustvoll geliebt-

und wär 's nur einmal:

Danke. Julinachmittag.

                                     Christina Udwari

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Hörspiel

Die Schläge der Turmuhr

tropfen leise

Mitternacht

in das Dorf.

 

Regentropfen

schlagen hart

auf die Dächer

ein.

 

Stille.

 

Bisweilen zu ahnen

schleifende Schleppe

finsterer Zeit.

          Frieder R. I. Kudis

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Liebe

Ein Leben ohne Liebe

ist wie der Bach, der nicht mehr fließt,

ist wie der Himmel ohne Sonne,

wie das Gras, das nicht mehr sprießt.

 

Ein Leben ohne Liebe

ist wie der Wind, der nicht mehr weht,

ist wie die Wiese ohne Blumen,

wie der Baum, der nicht mehr steht.

 

Ein Leben ohne Liebe

ist wie der Busch, der nicht mehr blüht,

ist wie die Rose ohne Dornen,

wie der Stern, der nicht mehr glüht.

                                Ingelore Jebens

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Nebenbei liegt Schreibpapier
Ach du Schreck, wo blieb die Zeit!
Wo war ich nur gewesen!
War wohl zwei gute Stunden weit.
Ich hab mich festgelesen.
 
Alles ringsum ließ mir Ruh.
Von ungemachten Betten
klinkt ich nur rasch die Türe zu.
Als könnte mich das retten.
 
Die Arbeit rief nun doch nach mir
und ich ging in die Küche.
Doch nebenbei liegt Schreibpapier
für meine eignen Sprüche.
                                                   Elfi Fitz
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